19.12.2019

Finanzierungsmöglichkeiten für Start-ups

Die Idee steht, der Businessplan ist geschrieben und die Rechtsform ausgewählt. An diesem Punkt stehen viele Start-ups vor einer großen Herausforderung: der Kapitalbeschaffung. Die gute Nachricht: Die Finanzierungsmöglichkeiten sind vielfältig. Um im Dschungel der externen Kapitalgeber durchzublicken, beleuchten wir die verschiedenen Optionen und ihre Vor- und Nachteile. 

Deutschland hat eine breite Finanzierungslandschaft: Crowdfunding, Business Angels, Company Builder, Venture Capitalists, Accelerator und Co. sind nur einige Beispiele, die bei der Recherche auftauchen. Als Gründerteam ist es wichtig, sich erst einmal einen Überblick über die verschiedenen Finanzierungsarten zu verschaffen und dann zu entscheiden, welche die richtige ist.

Accelerator
Mittlerweile gibt es in Deutschland eine Vielzahl an Accelerator-Programmen. Meist steckt hinter den Start-up-Förderprogrammen ein Unternehmen, das sich dadurch erhofft, neue Impulse und Produkte zu entdecken und die Digitalisierung voranzutreiben. Die Programme und Bewerbungskriterien sind meist fest definiert. Das Start-up erhält neben finanzieller Förderung – häufig im Gegenzug für Unternehmensanteile – Office Spaces, Mentoring und die Möglichkeit, ein Pilotprojekt beim Unternehmen selbst oder bei einem Netzwerkpartner zu starten. Start-ups sollten sich im Vorfeld genau über die Bedingungen des Accelerators informieren und welche Rechte sie eventuell abtreten müssen. Erst dann sollten sich Gründer für oder gegen eine Teilnahme bei einem solchen Programm entscheiden.
Business Angels
Business Angels beteiligen sich häufig in einer frühen Phase am Unternehmen. Die Investments liegen oft zwischen 25.000 und 250.000 Euro. Im Gegenzug für die finanzielle Unterstützung erhält der Business Angel, ähnlich wie beim Crowdinvesting, Anteile am Unternehmen. Wichtig ist, dass sich Start-ups vorab intensiv über den Business Angel informieren sollten: Investiert er oder sie regelmäßig in Start-ups? Was berichten andere Gründerteams von der Zusammenarbeit? In welcher Branche ist der Business Angel gut vernetzt?

Meist ist es so, dass Business Angels, die nur gelegentlich investieren, länger für eine Entscheidung brauchen. Aktive und professionelle Business Angels schließen hingegen im Schnitt sechs Deals pro Jahr und sind in der Regel entscheidungsfreudiger. Neben der Professionalität sollten Start-ups auch darauf achten, ob sich die Business Angels auf bestimmte Branchen spezialisiert haben und wie die Chemie zwischen den Beteiligten ist. Ein echter Branchenexperte als Business Angel – das ist der Jackpot für Gründerteams. Und wenn man dann noch auf einer Wellenlänge ist, kann man so richtig zusammen durchstarten.

Crowdfunding
Die erste Crowdfunding-Plattform ArtistShare ging 2003 in den USA an den Start. Sie ermöglichte es Musikern ihre neuen Alben durch Fans finanzieren zu lassen. Beim Crowdfunding handelt es sich um eine Finanzierungsform, bei der die „Crowd“, also eine große Gruppe von Menschen, die Finanzierung oder die Teilfinanzierung eines Projekts übernimmt und so die Realisierung unterstützt. Da sich Crowdfunding durch eine möglichst große Zahl an Investoren definiert, wird es oft auch als Schwarmfinanzierung bezeichnet.

Im Internet gibt es viele verschiedene Crowdfunding-Plattformen, auf denen man das eigene Unternehmen anmelden und sein Projekt vorstellen kann. Die wohl bekanntesten Crowdfunding Plattform hier in Deutschland sind Kickstarter und Startnext. Außerdem gibt es nicht nur verschiedene Seiten, sondern auch verschiedene Arten des Crowdfundings:

Der große Pluspunkt des Crowdfundings: Das Gründerteam bekommt unmittelbar Feedback, wie die eigene Geschäftsidee ankommt.
Crowdinvesting
Beim Crowdinvesting handelt es sich um eine Mischform der klassischen Unternehmensfinanzierung und dem Crowdfunding. Oft wird Crowdinvesting bei Gründungen eingesetzt – anders als das Crowdfunding, das Unternehmen oft auch später noch als Finanzierungstool für einzelne Projekte verwenden. Eine Gruppe von Personen investiert in das Unternehmen und bekommt im Gegenzug Anteile am späteren Gewinn. Das Besondere dabei ist, dass die Mindestinvestition sehr niedrig und die Hürde eines Investments so relativ gering ist. Auch diese Finanzierungsmöglichkeit läuft wie das Crowdfunding über Online-Plattformen, auf denen nach interessierten Investoren gesucht wird.

Genau wie das Crowfunding ist das Crowdinvesting eine gute Alternative zum klassischen Bankkredit – es werden keine Sicherheiten abgefragt und die Gestaltung der Kampagne und die begleitenden Kommunikationsmaßnahmen kann das Gründerteam selbst in die Hand nehmen. Ein Wehmutstropfen bei dieser Form der Finanzierung ist allerdings, dass die Kontakte und Erfahrungswerte, die ein Investor mitbringt, fehlen.

FFF – Friends, Family and Fools
Zu den größten Fans der eigenen Idee gehören meistens die eigene Familie und Freunde. Darum sind sie auch häufig bereit, in die Geschäftsidee zu investieren. Wer sich für diese Art von Investment entscheidet, sollte sich bewusst sein, dass die größten Fans meist auch tief enttäuscht sind, wenn das Investment in den Sand gesetzt wird. Darum ist es in diesem Fall besonders wichtig, dass man vor Abschluss des Deals gemeinsam mit den zukünftigen Investoren alle Zahlen durchgeht und explizit auf die Risiken hinweist. So können die Liebsten frei und ohne die rosarote Brille entscheiden, ob ein Investment für sie tatsächlich in Frage kommt oder ob sie doch lieber die Finger davon lassen.
Micro-Venture-Capital-Fonds
Bei Micro-Venture-Capital-Fonds handelt es sich um eine Gruppe von Business Angels, die bereit sind, hohe Beträge zu investieren. Die Fonds verwalten meist ein Vermögen zwischen 10 und 25 Millionen Euro und starten mit Kapitalrunden ab 100.000 Euro. Micro-Venture-Capital-Fonds verlangen in der Regel eine Beteiligung zwischen 8 bis 10 Prozent Anteil. Bei Follow-On-Finanzierungen wird dieser dann aufgestockt. Gründer sollten vorab die Investoren der Micro-Venture-Capital-Fonds genau prüfen und analysieren, welche am besten zum Geschäftsvorhaben passen. Denn häufig sind die Business Angels auch zu Anschlussfinanzierungen bereit.
Venture Capital Fonds
Wer viel Kapital einsammeln möchte, sollte Venture-Capital-Fonds genauer unter die Lupe nehmen. Sie haben meist ein Gesamtinvestitionskapital zwischen 50 und 300 Millionen Euro AuM (Assets under Management) und investieren in der Seed-Phase zwischen 500.000 und 2 Millionen Euro. Allerdings sind im Gegenzug die Beteiligungen recht hoch – zwischen 15 und 20 Prozent sollten Start-ups bereit sein, abzugeben.

Kommt diese Form der Finanzierung in Frage, sollten Gründer vorab anfragen, wer der verantwortliche Partner für das Projekt sein könnte. Denn das ist bei großen Fonds nicht immer klar. Wenn der Partner bereits viele Investments betreut, kann es sein, dass es länger dauert, bis er Zeit hat, sich mit einem neuen Case zu beschäftigen. Das kann die Investorensuche unnötig in die Länge ziehen und Ressourcen vergeuden.

Businessplan-Wettbewerb
Wer eine kleine Finanzspritze sucht, aber vor allem Wert auf Expertenwissen und Input zur Geschäftsidee legt, der sollte sich mit dem Thema Wettbewerbe auseinandersetzen. In Deutschland gibt es etliche Ideen- und Businessplan-Wettbewerbe – sowohl themenübergreifend als auch branchenspezifisch. Für jeden Bedarf gibt es hier den passenden Wettbewerb. Die Preisgelder starten bei einigen hundert Euro und gehen hoch bis zu mehreren zehntausenden Euro – ein guter Zuschuss, zum Beispiel für die Gründung einer GmbH.

Der größte deutschlandweite Wettbewerb im Bereich Life Sciences und Chemie ist der Science4Life Venture Cup, den es seit über 20 Jahren gibt. Der Science4Life Energy Cup unterstützt Energie-Startups auf dem Weg zum eigenen Unternehmen. Wie genau Gründerteams von einer Teilnahme profitieren, gibt es hier zum Lesen.

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Zukunftsweisende Lösungen aus Life Sciences, Chemie und Energie – die Gewinner der Konzeptphase 2025

13.03.2025

Blueprint Biomed, EpiCure, Plantman, QuantiLight und TimeTeller holen sich den Sieg in der Konzeptphase des Science4Life Venture Cup. Beim Science4Life Energy Cup gewinnen Qkera, Radiant Solar und TwinWatt. Neue Technologien, zukunftsweisende Lösungen und beeindruckende Start-ups – auch in diesem Jahr zeigt die Konzeptphase des Startup-Wettbewerbs, welche Innovationen das Potenzial haben, Märkte zu revolutionieren. Während sich die Gewinnerteams des Science4Life Venture Cup auf bahnbrechende Entwicklungen in den Bereichen Medizintechnik, Diagnostik und Biotechnologie konzentrieren, setzen die Gewinner des Science4Life Energy Cup auf nachhaltige Energiekonzepte für eine umweltfreundlichere Zukunft. Individuelle Coachings bei den Academy Days Bevor die besten fünf Geschäftskonzepte aus Life Sciences und Chemie sowie die besten drei Geschäftskonzepte aus dem Bereich Energie ausgezeichnet wurden, gab es für die besten 15 Teams der Konzeptphase wertvolle Coachings im Rahmen der Academy Days. Im Sparring mit jeweils einem persönlichen Coach verfeinerten die Teams ihre Geschäftsvorhaben und hatten die Gelegenheit, diese nochmals auf Plausibilität und Realisierungschancen zu prüfen. Zusätzlich wurden in Kleingruppen die individuellen und juristischen Fragestellungen rund um die Unternehmensgründung besprochen. Neue Ansätze in der Medizintechnik und Diagnostik Das sind die Gewinner der Konzeptphase des Science4Life Venture Cup: Blueprint Biomed aus Berlin entwickelt innovative Lösungen für die Knochenregeneration. Der aktuelle Goldstandard erfordert dabei oft zusätzliche Eingriffe zur Gewebeentnahme. 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Im Bereich der Diagnostik vereinfacht QuantiLight aus Heidelberg Blut-Tests auf Medikamentkonzentrationen für 23 Millionen chronisch Kranke. Mit einem handlichen Gerät und Blut aus der Fingerkuppe liefert es laborgenaue Ergebnisse in 15 Minuten – direkt von zu Hause. Das spart Patienten drei Stunden pro Test, senkt Kosten für das Gesundheitssystem und verbessert die Behandlung. Besonders nützlich ist es für Organtransplantierte und klinische Studien. Die TimeTeller GmbH aus Hamburg ermittelt den optimalen Tageszeitpunkt für die Medikamenteneinnahme, um Nebenwirkungen zu minimieren und die Wirksamkeit zu steigern. Die TimeTeller GmbH ist ein Spin-off der Charité – Universitätsmedizin Berlin und basiert auf der Forschung von Angela Relógio im Bereich Krebs und zirkadiane Rhythmen. Innovationen für eine nachhaltige Energiezukunft Die Gewinnerteams des Science4Life Energy Cup setzen auf nachhaltige Lösungen für die Energieversorgung der Zukunft. Die Qkera GmbH aus Garching löst das größte Problem von Batterien der nächsten Generation durch einen innovativen Durchbruch bei der skalierbaren und günstigen Herstellung von keramischen Festkörperelektrolyten, die dünn, flexibel, hochleitend und sicher sind. Die Technologie entstand durch jahrelange Forschung am MIT/TUM durch Prof. Rupp und die Erfahrung von Andreas Weis im Bereich Nanomaterialien für Energieanwendungen. Radiant Solar aus Konstanz adressiert ein zentrales Problem der Energiewende: Solaranlagen auf Mehrfamilienhäusern (MFH) scheitern an ihrer administrativen und rechtlichen Komplexität. Mit dem Solarstrom-Verteiler von Radiant Solar löst das Start-up dieses Problem an der technischen Wurzel und macht Solaranlagen auf MFH so einfach wie auf Einfamilienhäusern – ganz ohne Mieterstrom oder Gemeinschaftliche Gebäudeversorgung. Das Team von TwinWatt aus Darmstadt entwickelt eine neue Generation von Windkraftanlagen, die speziell für den Einsatz in Städten und Gewerbegebieten optimiert ist, wo Windenergie bislang ungenutzt blieb. Die optimierte Windführung des Start-ups beschleunigt selbst schwache Winde auf mehr als das Doppelte und steigert so die Energieausbeute erheblich. Die Anlage ist als eigenständige Energiequelle einsetzbar oder lässt sich ideal mit Photovoltaik kombinieren – für eine ganzheitliche, nachhaltige Stromversorgung. Jetzt für die Businessplanphase bewerben! Nach der erfolgreichen Konzeptphase startet nun die finale Runde des Science4Life Venture Cup und des Science4Life Energy Cup: die Businessplanphase. Teilnehmer erhalten professionelles Feedback zu ihrem vollständigen Businessplan in Präsentationsform, haben die Chance auf wertvolle Academy-Days und können attraktive Preisgelder gewinnen. Bewerben können sich alle Start-ups, die maximal zwei Jahre alt sind – auch ohne vorherige Teilnahme an der Konzeptphase. Jetzt anmelden unter www.science4life.de! Einsendeschluss ist der 14. April 2025.

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Da kommt was auf uns zu – die Medizin von morgen

17.02.2025

Wie RNA-Stränge die Welt der Medizin revolutionieren Die Zukunft begann an einem Donnerstag. Es war der 16. November 2023, als eine Nachricht in Minuten um den Globus lief, die Fachwelt aufhorchen ließ und es in den Tagen darauf auch in die allgemeinen Medien schaffte, sogar bis in die Boulevard-Presse: In Großbritannien war erstmals ein Medikament zugelassen worden, das auf der Genscheren-Technologie CRISPR/Cas9 basiert. Wenig später, am 8. Dezember 2023, erfolgte die Zulassung des Medikaments durch die U.S.-amerikanische Lebens- und Arzneimittelbehörde FDA und am 9. Februar 2024 schließlich die Zulassung für die Europäische Union, erteilt durch die EU-Kommission. Damit war endgültig das Tor aufgestoßen zu einer neuen Zeit der Medizin- und Therapiegeschichte. Das Echo war gewaltig. Sogar das Weiße Haus in Washington meldete sich zu Wort: „Dieser bedeutende medizinische Fortschritt verspricht die Entwicklung weiterer lebensrettender Behandlungen und gibt Millionen Amerikanern Hoffnung, die mit seltenen Krankheiten leben müssen“, erklärte U.S.-Präsident Joe Biden. Ein Unternehmen in Frankfurt,die BioSpring GmbH, leistet entscheidende Beiträge für diese Medizin der Zukunft. Denn das Unternehmen ist ein weltweit führender Anbieter synthetischer Nukleinsäuren, die als Wirkstoffe neue bahnbrechende Medikamente erst möglich machen. Auch bei der Genscheren-Technologie CRISPR/Cas kommen sie zum Einsatz. „Wir haben das Potenzial von Nukleinsäuren für Anwendungen in der Medizin schon früh erkannt, nachdem wir 1997 unser Unternehmen gegründet haben“, erklärt Dr. Sylvia Wojczewski, CEO und Miteigentümerin von BioSpring sowie auch Mitglied in der Jury des Science4Life Venture Cup. Seitdem hat Wojczewski gemeinsam mit ihrem Partner und Firmenmitbegründer CSO Dr. Hüseyin Aygün das Unternehmen ständig weiterentwickelt. Bis heute ist es inhabergeführt. Inzwischen beliefert BioSpring mit über 650 Mitarbeitenden als Auftragshersteller führende Pharma- und Biotechunternehmen auf der ganzen Welt und ist weiter auf Wachstumskurs: eine beispiellose Erfolgsstory. Doch warum eigentlich sprechen wir heute von einer Revolution in der Medizin, was ist Kern der Sache? Kurz auf den Punkt gebracht: Die CRISPR/Cas-Technologie ermöglicht die gezielte Korrektur von Gendefekten und eröffnet so die Möglichkeit, genetisch bedingte Krankheiten vollständig zu heilen – statt nur die Symptome zu bekämpfen wie mit konventionellen Therapien. Das ist ein Paradigmenwechsel und somit der Schritt in ein neues Medizinzeitalter, kurz: eine Revolution in der Medizin. BU: Die CRISPR/Cas-Technologie ermöglicht das gezielte Ansteuern und das Modifizieren, Ausschneiden oder Ersetzen eines DNA-Bausteins ©BioSpring GmbH Aus unheilbar wird heilbar Die neu zugelassene Therapie hat das Potenzial, die bislang unheilbare Sichelzellanämie vollständig zu heilen – statt wie bisher mit herkömmlicher Therapie nur die Symptome zu lindern. Die Sichelzellanämie ist eine schwere Bluterkrankung mit katastrophalen Folgen für die Betroffenen - bis hin zu einer drastisch verringerten Lebenserwartung. Die CRISPR/Cas-Technologie funktioniert während der Therapie wie eine Art Genschere, bei der fehlerhafte Gene gezielt angesteuert, entfernt oder ersetzt werden können. Die entscheidende Komponente dafür ist das „Navigationssystem“, das die zu behandelnden Gene findet und die eigentliche „Schere“, das Cas-Protein, exakt dorthin führt. Das übernehmen spezielle Nukleinsäuren, in diesem Fall eine guide RNA, die damit zu ganz wesentlichen Bausteinen für die Medizin der Zukunft werden. Die guide RNA ist ein Beispiel eines Oligonukleotids, also einer synthetisch hergestellten Nukleinsäurekette mit typischen Längen zwischen ca. 20 und 120 Nukleotiden. Weitere Vertreter dieser neuen Wirkstoffart sind beispielsweise Antisense-Oligonukleotide (ASOs) und Silencing-RNAs (siRNA), die seit wenigen Jahren bereits die Behandlung von Krankheiten über die Regulation von Genen erlauben und damit neue Therapiemöglichkeiten erschlossen haben. Künftig werden RNA-Therapeutika noch weiter in den Bereich der Breitenerkrankungen vordringen. Das bedeutet Hoffnung für Hunderte von Millionen Menschen weltweit, die etwa unter Bluthochdruck, zu hohen Cholesterinwerten oder anderen weit verbreiteten Erkrankungen zu leiden haben. Auch für Krebstherapien öffnen sich durch RNA-Therapeutika neue Perspektiven in der Behandlung. Diese rasante Entwicklung von Medikamenten, die genetische Informationen nutzen oder verändern, mündete schließlich in die eingangs beschriebene Technologie des Genome Editing, zu der auch die genannte CRISPR/Cas-Technologie gehört. Dass bereits 2023 ein erstes Medikament zugelassen wurde, das auf der CRISPR/Cas-Technologie beruht, ist höchst bemerkenswert und hat auch Fachleute begeistert: „Die Zulassung ist ein großer Durchbruch, ein Meilenstein für das ganze Feld des Genome Editing. (…) Eine Wahnsinnsleistung, wenn man bedenkt, dass 2012 erstmals über CRISPR/Cas berichtet worden ist – und wir jetzt, nur gut zehn Jahre später, ein erstes Medikament haben, das auf dieser Technologie beruht“, erklärte beispielsweise Prof. Dr. Toni Cathomen, Direktor des Instituts für Transfusionsmedizin und Gentherapie am Universitätsklinikum Freiburg. Der Schweizer Molekularbiologe forscht seit vielen Jahren zu Fragen der Gentherapie und gilt als eine der wichtigsten Stimmen auf diesem Gebiet. Die Herstellung therapeutischer RNA-Nukleinsäuren von bestmöglicher Reinheit und Qualität ist hochkomplex. Bis zu 400 Prozessschritte sind etwa zur Herstellung einer guide RNA nötig, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Dieser Prozess umfasst die eigentliche Festphasen-Synthese, die in einem automatisierten Verfahren abläuft, wird fortgesetzt mit der Abspaltung des Produktes von einem festen Trägermaterial, Ultra-Filtration und Reinigung des Zwischenproduktes per Hochdruck-Flüssigchromatographie sowie über weitere Prozessschritte bis zur Gefriertrocknung des fertigen Produkts. Am Ende liegt das Produkt als ein weiß-gelbliches, fluffiges Pulver vor und wird in dieser Form ausgeliefert. Eine zentrale Rolle bei der Entwicklung von Wirkstoffen für bahnbrechende Medikamente spielen die sogenannten CDMOs (Contract Development and Manufacturing Organizations) wie BioSpring. Sie bieten umfassende Leistungen bei Herstellung und Analyse von Wirkstoffen an und werden so zu unverzichtbaren Partnern der pharmazeutischen Industrie. Ihre Bedeutung wird mit der steigenden Nachfrage nach personalisierter Medizin und Biologika weiter wachsen. Die Zukunft der Medizin – sie hat schon begonnen. ©BioSpring GmbH

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